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Internationales Deutsches Turnfest Frankfurt 2009

dtf3Als wir beim letzten Dt. Turnfest in Berlin vor 4 Jahren erfuhren, dass das nächste in Frankfurt stattfinden sollte, war die Begeisterung bei uns allen – ich sag mal – sehr niedrig. Für uns war klar, da werden wir wohl nicht eine Woche hinfahren, dort übernachten, die Stadt erkunden und unsere Wettkämpfe bestreiten. Das lohnt sich nicht, ein Turnfest so nah vor der eigenen Haustüre. Unser Plan war es damals noch, einfach einen Tag hinzufahren und unsere Wettkämpfe mitzumachen.

Es kam allerdings alles anders. Dank der etwas seltsamen Vorschrift des DTB, dass wir für einen Tag Wettkampf eine Wochen-Festkarte (!) hätten kaufen müssen, die uns Erwachsene fast 50 Euro gekostet hätte, plus die Startgebühr, wäre das für die Gruppe „Insomnia" bei über 20 Mitgliedern um die 800 Euro für einen 6-Minütigen Wettkampf gewesen. Also war erst mal das Turnfest für uns wettkampfmäßig abgehakt. Nichts desto trotz fuhren einige von uns als Besucher nach Frankfurt und somit folgt hier unser Wochenbericht:

Samstag, 30.Mai

Fahrt nach Frankfurt zum Festzug, welcher durch die Vielfalt der Vereine und die ansteckende Fröhlichkeit geprägt war. Danach ging es auf die Turnfest-Flussmeile, um die Eröffnungsshow zu sehen. Leider standen wir ausgerechnet an der Stelle, wo uns später die Bühne vor die Nase gefahren wurde. Somit konnten wir nur sehr wenig bis fast gar nichts von der Show sehen. Es gab kein Vor- Zurück bzw. Seitwärts mehr, so dass wir an unseren Platz gefesselt waren. Zum Glück sind Sportler frisch, fromm, fröhlich, frei und somit friedlich.

Sonntag, 31.Mai

Fahrt einiger „Insomnia"-Tänzer/innen mit Anhang in die Eissporthalle zur Deutschen Meisterschaft „Rendezvous der Besten" (First Final). Wir blieben den ganzen Vormittag dort, sahen einige gute Gruppen und viele neue Ideen. So richtig rissen uns aber die Darbietungen nicht wirklich vom Hocker und somit beschlossen wir, dass wir in die Messehalle 3 fahren und dort die „Showdarbietungen mit Bewertung" anzusehen. Wir alle waren deutlich mehr von den Darbietungen der dortigen Gruppen beeindruckt und wunderten uns, dass diese nicht im Bundesfinale anzutreffen waren.

Montag, 1.Juni

Fahrt von Andrea Schäfer mit einigen Mädchen (+ Eltern) ihrer Tanzgruppe zum IDTF.

Erste Station war die Turnfestmeile. Auf der dortigen Magnetbühne des HR Fernsehens wurden interessante, vielseitige Darbietungen einzelner Vereine gezeigt. Unsere 3 Kiddies (Anna-Lena, Maren, Edith) waren hier schon ganz beeindruckt. Weiter ging es die Flussmeile entlang. Unsere 3 probierten Räder, Purzelbäume etc. auf der Airtrackbahn und stellten fest, dass dies gar nicht so einfach war.

Danach ging es zum Messegelände in die Halle 6, dort gab es eine riesige Bewegungslandschaft speziell für Kinder. Ein Paradies für Kinder, unsere Kiddies probierten soviel wie möglich aus, auf der Slackline balancieren und springen (neuester Trendsport), verschiedene Klettergerüste hinauf und herunter, Rollbrettrutsche, Schaumstoffkeilebad, Sinnesgarten und vieles mehr. Am liebsten wären unsere 3 in dieser Halle geblieben.

Aber wir wollten noch zur Eissporthalle, dort hatten wir Eintrittskarten für die Kinderturnshow. Innerhalb dieser Show wurde ein Umweltmusical aufgeführt, welches von Kinderturngruppen aus dem Frankfurter Raum gestaltet wurde. Das Kindermusical bildete einen gelungenen Ausklang dieses erlebnisreichen Tages. Sowohl die Kiddies, ihre Eltern als auch Trainerin Andrea nahmen viele positive Eindrücke mit nach Kleinostheim.

Fazit aller „Es wäre schön gewesen, wenn noch mehr Kinder und Eltern unserer Gruppe dabei gewesen wären, denn so etwas erlebt man nicht alle Tage und es ist schade, was die Daheimgebliebenen alles versäumt haben".

Wunsch aller: „Beim nächsten IDTF müssen einfach mehr Kinder unserer Gruppe mitfahren, vielleicht sind wir dann auch schon soweit, aktiv an Wettkämpfen und Vorführungen teilzunehmen, das wäre schön."

Dienstag, 2. Juni

Abends besuchten Jutta, Christa und Bernhard Krenz zusammen mit Markus Stickler die Japanese Gymnastics and Culture Night in der Festhalle. In einer mitreißenden Show zeigten die Akteure aus Fernost Elemente aus modernem Tanz, Akrobatik, aber auch kulturelle Einlagen mit Trommeln, Gesang und Drachentanz. Mit tosendem Applaus bedacht wurden die Kinder zwischen 5 und 13 Jahren, die erstaunliche turnerische und tänzerische Fähigkeiten zeigten. Die Begeisterung der Teilnehmer schwappte auf die Zuschauer über, und die Festhalle dröhnte mit Klatschen auf den ausgegebenen Luftkissen-Stäben.

Donnerstag, 4.Juni

Heute ist Andrea mit 2 jungen Damen der ehemaligen Gruppe „Power of fantasy" nach Frankfurt. Ihr letztes Turnfest war 2001 in Leipzig. Die positiven Erinnerungen daran veranlassten Alexandra und Ricarda, die Tageskarte-live zu nutzen, um einen Tag lang in das Turnfestfeeling zu kommen. 1. Station war das Messegelände. Dort kurz die Kinderturnhalle angeschaut und weiter ging es in die Aktionshallen. In der Choreografiewerkstatt konnten sich gemeldete Gruppen ihre Gestaltung von Fachleuten unter die Lupe nehmen lassen und bekamen Tipps und Anleitung zur Verbesserung ihrer Darbietung. Weiter ging es zu verschiedenen Mitmachtests, wie es um die eigene Fitness und Gesundheit steht. Während Ricarda und Alexandra einen Konditionstest machten, stellte sich Andrea dem Koordinationstest. Hierbei musste sie in der linken Hand einen „Flexibar-Stab" (ähnlich unserem Aerobar) in Schwingung bringen, diesen in dieser Schwingung halten und gleichzeitig einen Satz auf eine vorgegebene Linie schreiben. Wahrscheinlich werden ihre Kursteilnehmer/innen diesen Test bald in der Halle auch durchführen „müssen" J.

Wir staunen, welche Vielfalt an neuen Geräten es gibt, sowie die vielen neuen Trends. Genauso ist altbewährtes zu finden. Auch an diesem Tag ist die Festmeile einen Besuch wert. Auf dem Nachhauseweg treffen wir im Zug auf 4 weitere TSG-Turnfestbesucher. Darunter Willi Fuchs, der 1948 schon in Frankfurt als aktiver Turner dabei war. Er ließ es sich nicht nehmen in diesem Jahr auf dem Turnfest vorbeizuschnuppern. Ihn faszinierte die Turnfestmeile, sowie die Fahnenausstellung im Römer.

Freitag, 5.Juni

Letzter Turnfesttag, letzte Chance für einen Besuch, den nutzten diesmal Melanie Birzer, ihr Sohn Max und Andrea Schäfer. Im Zug trafen wir noch auf unsere ÜL Monika Schürmann, die auch zum Turnfest in die Messehallen wollte.

Wir fuhren allerdings gleich zur Eissporthalle, hier besuchten wir die Matinee der besten Showvorführungen. Es ist toll, wie vielseitig die verschiedenen Vorführungen sind. Eines fiel uns aber im Laufe der Woche auf: Akrobatik und Turnelemente nehmen in diesen Shows zu, nicht mehr nur die reinen Tanz und Gymnastikelemente. Wir waren stark beeindruckt vom Können dieser Gruppen, auch schon bei den Kindern. Dies ist nur durch regelmäßiges Training im Verein sowie Üben zu Hause möglich. Aufgefallen ist uns auch, dass es gerade im Showbereich sehr viele Mehrgenerationengruppen gibt. Wie schon in unserer eigenen Gruppe „Insomnia" deren Altersspanne bei 13-64 liegt. Bei vielen Gruppen waren sogar noch deutlich jüngere bzw. auch ältere dabei. Dass dies wunderbar funktioniert konnten wir mehrfach feststellen, eine tolle Harmonie, Ausstrahlung, sowie sportliche Höchstleistungen wurden von jung und alt gleichermaßen gezeigt. Hier schien sich keiner um den Altersunterschied zu kümmern. RESPEKT vor diesen Gruppen!!!

Danach ging es in die Kinderturnhalle der Messe. Wie schon unsere großen Kiddies war auch Max total fasziniert und begeistert. Er wollte gar nicht mehr nach Hause.

Melanie und Max absolvierten zu guter Letzt noch den „Struwwel-Test". Struwwel war das Turnfestmaskottchen von Frankfurt. Bei diesem Test mussten beide folgendes absolvieren:

- Euro-Weitwurf (Pappeuros aus einem Fenster werfen)

- Flugzeugstart (durch pusten musste ein Windrad angetrieben werden, damit ein Spielzeugflugzeug am Seil eine Rampe hochgezogen werde konnte – Melanie war einem Kollaps nahe!)

- Goethe in der Campagna (im Liegen musse ein Text vorgelesen werden – es war „Erbarmen die Hessen kommen" von den Rodgau Monotones – ziemlich schwer, das in Hochdeutsch zu lesen, wenn man den Orginaltext auf Hessisch kann.)

- Bemmbel-Stemmen (einen großen gefüllten Bembel höchstens 1 Minute ausgestreckt halten)

- Babbel Test (10 Hessische Wörter mussten den Hochdeutschen Begriffen zugeordnet werden)

- Frankfurter Würstchen (wie Eierlaufen nur mit Würstchen über Hindernisse)

- Brücken bauen (mit Kissenkeilen eine Brücke bauen)

- Römerpuzzle (ca. 20 Getränkekisten mit Bildteilen mussten zu einem großen Puzzle zusammengefügt werden)

Alles wurde mit Bravour bestanden (nach dem kleinen Zwischenhänger mit der Luft)! Zur Belohnung erhielten wir einen Struwwel-Pin, den Max ganz stolz am Shirt trug.

Abends besuchten Jutta, Christa und Bernhard Krenz zusammen mit Markus Stickler die Stadion-Gala in der Commerzbank-Arena. Leider war sie nicht ganz ausverkauft, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Noch vor Beginn ging die Welle um. Die Schlussveranstaltung setzte einen fulminanten Schlussstrich unter das durch und durch gelungene Turnfest in Frankfurt. Die Darbietung war in keiner Weise vergleichbar mit bisherigen Abschluss-Galas, vielmehr hatte sie bereits das Niveau Olympischer Spiele. Schade vielleicht, dass durch die vielen unterschiedlichen Bilder und Akteure auf dem Rasen einzelne Turner mit ihren großen Leistungen untergingen - man wusste gar nicht, wo man zuerst hinsehen sollte. Trotzdem ein gelungener, farbenprächtiger Abschiedsgruß von der Mainmetropole an die begeisterte Turngemeinschaft.

Fazit der ganzen Woche:

Es war wunderschön Gast auf dem Deutschen Internationalen Turnfest in Frankfurt zu sein, wir haben viel erlebt, viele Ideen mitgenommen für unsere Stunden und viel gelernt.

Wir freuen uns in 4 Jahren beim nächsten Turnfest wieder aktiv dabei zu sein, diesmal wieder etwas weiter weg von uns – im Raum Heidelberg/Mannheim/Ludwigshafen.

 
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